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Marktaustritt als Erfolgspotential
Gerade in der ach so bösen globalisierten Welt, wird immer wieder über die scharfe Konkurrenz und den Wettbewerb gestöhnt. Dabei ist das die natürlichste Sache der Welt. Wettbewerb gehört zur Marktwirtschaft wie das Tüpfelchen auf dem i. Marktwirtschaft ist ohne Konkurrenz nicht denkbar. Doch was kann man tun, wenn der Wettbewerb ausartet, vor allem die Preise fallen und fallen und fallen …?
Fallende Preise bedeuten in den meisten Fällen Überkapazitäten. Das Angebot übersteigt die Nachfrage. Ist das langfristig der Fall, spricht man von strukturellen Überkapazitäten bzw. strukturellem Angebotsüberhang. Es wird sich daran solange nichts ändern, wie nicht eine erhebliche Zahl an Anbietern ausscheidet.
Ich will nicht dazu aufrufen, bei der kleinsten Schwierigkeit aus dem Markt auszuscheiden, sondern, falls man sich in der strukturellen Klemme sieht, einmal genau zu prüfen, ob sich weitere Investitionen in den betreffenden Bereich überhaupt noch lohnen, ob man dem guten Geld weiteres gutes Geld hinterher wirft. Viele Mittelständler begehen m.E. genau diesen Fehler. Nur, wie gesagt, prüfen sollte man den Marktaustritt, den Exit natürlich genau.
Häufig kann man nämlich auch etwas verändern, z.B. das Produkt oder die Dienstleistung. Doch mitunter ist das einfach nicht möglich, vor allem dann nicht, wenn man es mit extrem kapitalintensiven Leistungen oder subventionierten Unternehmen zu tun hat und in einer Branche tätig ist, in der überwiegend über den Preis verkauft wird, da sich die Produkte nur geringfügig differenzieren lassen.
Falls man diese notwendige Differenzierung entweder technisch, geographisch oder kapitalmäßig nicht hinbekommt, ist häufig der Exit die beste Strategie. Sämtliche Portfolio-Ansätze arbeiten u.a. mit genau dieser Erkenntnis. Und diese sollten sich auch Mittelständler und Freiberufler zunutze machen, um zu überleben.
Es ist manchmal besser, zu sagen, ich höre auf, als immer wieder Geld nachzuschießen und gnadenlos in die Schuldenfalle zu geraten. Das richtige Timing ist also entscheidend, um mit der Exitstrategie den größten Erfolg zu haben. Gibt die Kuh keine Milch mehr, ist sie zu schlachten. Mit dem Braten kann man sich häufig eine neue Einkommensquelle erschließen.
Ich schließe mal mit einer Metapher: Schlachtet man die Kuh zur rechten Zeit, kann man wenigstens noch zehren von dem, was übrigbleibt - wartet man zu lange, ist die Kuh entweder nicht mehr genießbar oder muß sie abtreten und hat dann letztlich alles verloren.